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Fraport-Betriebsrat gegen Liberalisierung der Bodenverkehrsdienste

Die GÖD-Betriebsgruppe Fraport war in Cottbus aktiv dabei!

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Mit Genehmigung d. ZDF-WISO aus der Sendung: "Jobwunder-Flughafen oder Abzocke" vom 15.10.2012, 19:25 Uhr

 

Am 04.10.2012 fand in Cottbus, im Radisson Hotel, eine Verkehrsministerkonferenz statt, an der alle Verkehrsminister der Deutschen Bundesländer beteiligt waren. In einer Betriebsrats-Sitzung ist die Idee geboren worden „Last uns dahin fahren und erneut Flagge zeigen um gegen die Liberalisierung der Bodenverkehrsdienst zu demonstrieren“. Dies fand auch Gehör beim Fraport Vorstand, dem wir auf diesem Weg für die Unterstützung unseres Vorhabens ausdrücklich danken. Gesagt getan, fuhren wir am 03.10. die 650 Km nach Cottbus. Leider sind nicht alle BR-Mitglieder bereit gewesen diesen langen Weg für Ihre BVD Kollegen in Kauf zu nehmen. Einige schickten lediglich ihre Ersatzmitglieder. Wir verstehen ja, dass wenn einer krank ist oder Urlaub hat, dieser nicht mit fährt, aber Aussagen wie „Das ist mir zu weit, oder ich setz mich doch nicht 2 mal 8 Stunden in einen Bus, ist für uns nicht nachvollziehbar. Und das von BR-Mitgliedern die aus dem BVD-Bereich kommen.

In Cottbus haben wir uns dann mit Kollegen aus Köln, Berlin, Stuttgart und Bayern vereint und für den Erhalt der Bodenverkehrsdienste demonstriert. Einige Minister sind auch mit uns ins Gespräch gegangen und haben unsere Sorgen angehört.

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Wir, die dabei waren haben das Gefühl, das sich diese Fahrt gelohnt hat und die Damen und Herren in den Ministerebenen sensibilisiert wurden. Nun wollen wir noch einmal groß aufschlagen und am 5. November mit hoffentlich vielen Mitarbeitern der Fraport zu einer Großkundgebung gegen die „Liberalisierung der Bodenverkehrsdienste“ nach Brüssel fahren um auch den EU-Abgeordneten zu zeigen:„Die BVD’ler lassen sich nicht zerschlagen, wir kämpfen um deren Arbeitsplatz“

 

Hierzu finden Sie auch einen Beitrag in der Mediathek bei ZDF-WISO „Jobwunder Flughafen oder Abzocke? vom 15.10. 12, 19:25 Uhr unter:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1751164/Jobwunder-Flughafen-oder-Abzocke%253F#/beitrag/video/1751164/Jobwunder-Flughafen-oder-Abzocke%3F

 

Frankfurt, den 17. Oktober 2012

Rainer Matthey, GÖD-Betriebsgruppe Fraport

 

Schlagzeilen

Kein Zugang von Kündigungsschreiben am Sonntag

Wirft ein Arbeitgeber ein Kündigungsschreiben an einem Sonntag in den Briefkasten des Arbeitnehmers ein, geht dies grds. nicht mehr am selben Tag zu. Da Arbeitnehmer ihre Briefkästen sonntags nicht überprüfen müssen, kann nicht mit einer Kenntnisnahme des Schreibens gerechnet werden. Dies gilt auch, wenn die Probezeit an einem Sonntag abläuft.

Der Sachverhalt:

Die beklagte Arbeitgeberin kündigte der Klägerin nach § 622 Abs. 3 BGB mit einer Frist von zwei Wochen. Die Parteien hatten eine Probezeit vereinbart. Das Kündigungsschreiben legte die Beklagte am letzten Tag der Probezeit in den Hausbriefkasten der Klägerin ein. Dieser Tag war ein Sonntag. Die Klägerin leerte ihren Briefkasten erst in den Folgetagen.

Mit ihrer Klage machte die Klägerin geltend, das Arbeitsverhältnis sei erst zu einem späteren Zeitpunkt, nämlich mit Ablauf einer vierwöchigen Kündigungsfrist beendet worden. Die Beklagte habe ihr nicht mehr innerhalb der Probezeit gekündigt. Die Klage hatte vor dem Arbeitsgericht und dem LAG Erfolg.

Die Gründe:

Das Arbeitsverhältnis wurde unter Einhaltung der längeren Kündigungsfrist erst außerhalb der Probezeit beendet. Die Kündigung ging der Klägerin frühestens am folgenden Werktag zu den üblichen Postleerungszeiten und damit nach Ablauf der Probezeit zu.

Ein Kündigungsschreiben muss dem Arbeitnehmer zugehen. Dies setzt voraus, dass unter gewöhnlichen Umständen mit der Kenntnisnahme des Schreibens zu rechnen ist. Arbeitnehmer sind jedoch nicht verpflichtet, ihre Briefkästen an Sonntagen zu überprüfen. Dies gilt selbst dann, wenn die Probezeit an einem Sonntag endet und bekannt ist, dass der Arbeitgeber auch sonntags arbeitet.

LAG Schleswig-Holstein 13.10.2015 - 2 Sa 149/15