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Auf die Lehrer kommt es an – Gute Pädagogik verlangt Anerkennung

VkdL: Nullrunden bei Beamtenbesoldung sind Motivationskiller !

Essen, 15. Mai 2013. – Der neuseeländische Bildungsforscher John Hattie hat mit seinen Studienergebnissen den Finger in die Wunde gelegt: Nicht Schulstrukturen und Rahmenbedingungen, ständig neue Reformen und zusätzliche Verwaltungsaufgaben sorgen für Lernerfolge. Es kommt auf den Lehrer an, auf seinen Unterricht, der von der ersten bis zur letzten Minute gut geplant sein muss. Die Lehrkraft trägt den Hauptanteil der Verantwortung für die schulische Entwicklung einer Klasse.

Lehrerinnen und Lehrer sind weit mehr als „Lernbegleiter“: Sie müssen begeistern können und dabei stets den einzelnen Schüler und die einzelne Schülerin im Blick haben. Aber ohne Respekt, ohne Wertschätzung, ohne Vertrauen kann Unterricht nicht gelingen. Lehrer investieren täglich ihre Persönlichkeit in den Beruf. Werden sie dafür angemessen entlohnt? Lässt man ihnen genug Zeit und Raum, um guten Unterricht sicherzustellen? Wie oft werden Lehrkräfte instrumentalisiert und zu Schachfiguren der jeweiligen Landespolitik degradiert?

Vor diesem Hintergrund lehnt der VkdL die geplante Nullrunde für verbeamtete Lehrkräfte ab Besoldungsgruppe A11 in NRW scharf ab. Für die profilierte Arbeit, die Lehrerinnen und Lehrer täglich leisten, verdienen sie Anerkennung und Respekt – eine Nullrunde wirkt als absoluter Motivationskiller und sendet die Botschaft: „Ihr seid nicht wichtig.“ Aber mit Hattie wissen wir: Sparen sollte man an anderen Stellen, auf keinen Fall bei den Hauptakteuren!

V.i.S.d.P.: Roswitha Fischer, Verein katholischer deutscher Lehrerinnen e.V., Berufsverband für katholische Pädagoginnen aller Bildungsbereiche
Hedwig-Dransfeld-Platz 4, 45143 Essen

 

Schlagzeilen

Kein Zugang von Kündigungsschreiben am Sonntag

Wirft ein Arbeitgeber ein Kündigungsschreiben an einem Sonntag in den Briefkasten des Arbeitnehmers ein, geht dies grds. nicht mehr am selben Tag zu. Da Arbeitnehmer ihre Briefkästen sonntags nicht überprüfen müssen, kann nicht mit einer Kenntnisnahme des Schreibens gerechnet werden. Dies gilt auch, wenn die Probezeit an einem Sonntag abläuft.

Der Sachverhalt:

Die beklagte Arbeitgeberin kündigte der Klägerin nach § 622 Abs. 3 BGB mit einer Frist von zwei Wochen. Die Parteien hatten eine Probezeit vereinbart. Das Kündigungsschreiben legte die Beklagte am letzten Tag der Probezeit in den Hausbriefkasten der Klägerin ein. Dieser Tag war ein Sonntag. Die Klägerin leerte ihren Briefkasten erst in den Folgetagen.

Mit ihrer Klage machte die Klägerin geltend, das Arbeitsverhältnis sei erst zu einem späteren Zeitpunkt, nämlich mit Ablauf einer vierwöchigen Kündigungsfrist beendet worden. Die Beklagte habe ihr nicht mehr innerhalb der Probezeit gekündigt. Die Klage hatte vor dem Arbeitsgericht und dem LAG Erfolg.

Die Gründe:

Das Arbeitsverhältnis wurde unter Einhaltung der längeren Kündigungsfrist erst außerhalb der Probezeit beendet. Die Kündigung ging der Klägerin frühestens am folgenden Werktag zu den üblichen Postleerungszeiten und damit nach Ablauf der Probezeit zu.

Ein Kündigungsschreiben muss dem Arbeitnehmer zugehen. Dies setzt voraus, dass unter gewöhnlichen Umständen mit der Kenntnisnahme des Schreibens zu rechnen ist. Arbeitnehmer sind jedoch nicht verpflichtet, ihre Briefkästen an Sonntagen zu überprüfen. Dies gilt selbst dann, wenn die Probezeit an einem Sonntag endet und bekannt ist, dass der Arbeitgeber auch sonntags arbeitet.

LAG Schleswig-Holstein 13.10.2015 - 2 Sa 149/15