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Berechnungsbeispiele zum Tarifabschluss für das Sicherheitsgewerbe Sachsen

zum Tarifabschluss 2013 für das Wach- und Sicherheitsgewerbe in Sachsen wurden zu den Auswirkungen der Umwidmung von Sonn- und Feiertagszuschlägen einige Fragen an uns herangetragen.

 

Das Nettoeinkommen jedes Kollegen hat individuelle Merkmale, insbesondere hinsichtlich der Arbeitszeit, der Verteilung auf zuschlagspflichtige und zuschlagsfreie Zeiten und der Eingruppierung. Eine zukunftsweisende Strukturreform mit ihrem Beitrag zur Vermeidung von Altersarmut wird somit zu einer unterschiedlichen Höhe von Veränderungen beim Nettoeinkommen während der Arbeitsphase führen.

Wir haben hier für Sie Beispiele für jede der drei Vergütungsgruppen durchgerechnet. Sie finden sowohl die Höhe der Vorteile für reine Tagesdienste bzw. eine reine Nachtschicht sowie für Dienste mit einem gleich hohen Anteil von Tages- und Nachtschichten, Sie finden Berechnungen für die Steuerkarte 1 (oder die insofern gleich bedeutende Steuerkarte 4) sowie für die Steuerkarte 3 ohne Kinder/mit einem Kind.

Diese typischen Beispiele zeigen Vorteile für die Kollegen, auf die wir wohl mit Recht stolz sind.

Download Berechnungsbeispiel !

 

 

Schlagzeilen

Kein Zugang von Kündigungsschreiben am Sonntag

Wirft ein Arbeitgeber ein Kündigungsschreiben an einem Sonntag in den Briefkasten des Arbeitnehmers ein, geht dies grds. nicht mehr am selben Tag zu. Da Arbeitnehmer ihre Briefkästen sonntags nicht überprüfen müssen, kann nicht mit einer Kenntnisnahme des Schreibens gerechnet werden. Dies gilt auch, wenn die Probezeit an einem Sonntag abläuft.

Der Sachverhalt:

Die beklagte Arbeitgeberin kündigte der Klägerin nach § 622 Abs. 3 BGB mit einer Frist von zwei Wochen. Die Parteien hatten eine Probezeit vereinbart. Das Kündigungsschreiben legte die Beklagte am letzten Tag der Probezeit in den Hausbriefkasten der Klägerin ein. Dieser Tag war ein Sonntag. Die Klägerin leerte ihren Briefkasten erst in den Folgetagen.

Mit ihrer Klage machte die Klägerin geltend, das Arbeitsverhältnis sei erst zu einem späteren Zeitpunkt, nämlich mit Ablauf einer vierwöchigen Kündigungsfrist beendet worden. Die Beklagte habe ihr nicht mehr innerhalb der Probezeit gekündigt. Die Klage hatte vor dem Arbeitsgericht und dem LAG Erfolg.

Die Gründe:

Das Arbeitsverhältnis wurde unter Einhaltung der längeren Kündigungsfrist erst außerhalb der Probezeit beendet. Die Kündigung ging der Klägerin frühestens am folgenden Werktag zu den üblichen Postleerungszeiten und damit nach Ablauf der Probezeit zu.

Ein Kündigungsschreiben muss dem Arbeitnehmer zugehen. Dies setzt voraus, dass unter gewöhnlichen Umständen mit der Kenntnisnahme des Schreibens zu rechnen ist. Arbeitnehmer sind jedoch nicht verpflichtet, ihre Briefkästen an Sonntagen zu überprüfen. Dies gilt selbst dann, wenn die Probezeit an einem Sonntag endet und bekannt ist, dass der Arbeitgeber auch sonntags arbeitet.

LAG Schleswig-Holstein 13.10.2015 - 2 Sa 149/15