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Tarifverhandlungen Vergütung für Sachsen und Thüringen mit „PARITÄTISCHE Arbeitgeberverband PATT"  abgeschlossen

HInweis: In einigen Veröffentlichungen hat der Fehlerteufel zugeschlagen. Die Pflegefachkraft in stationären, teilstationären und ambulanten Einrichtungen der Altenhilfe wird in Vergütungsgruppe VG V eingruppiert und nicht in VG III !!!

Zwischen „Der PARITÄTISCHE Arbeitgeberverband PATT" Bergstraße 11, 99192 Nesse-Apfelstädt (OT Neudietendorf) und der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst und Dienstleistungen (GÖD), Pelkovenstraße 51, 80992 München  wurde der Tarifvertrag Vergütung neu vereinbart.

Die Verhandlungen wurden für die GÖD durch den stellv. Bundesvorsitzenden Herrn Jörg Stadler und für den Arbeitgeberverband PATT durch die Geschäftsführerin Frau Sabine Ruhe angeführt.

 Ergebnis:

  • Sämtliche Grundvergütungen werden um 4,3 % erhöht.
  • Es wird zum 01.07.2017 eine fünfte Stufe unter dem Begriff „Treuestufe" eingeführt.
    Das Entgelt in dieser Stufe beträgt dann 110 % des Entgeltes der Stufe 4 (Erfahrungsstufe).
  • Der Zuschlag für Nachtarbeit wird erhöht.
  • Es werden Zulagen für Arbeiten im Schicht- und Wechselschichtdienst eingeführt.
  • Ferner soll im zweiten Halbjahr 2016 ein gesonderter Tarifvertrag einer betrieblichen Altersversorgung verhandelt werden.

Details:

  • Zum 01.07.2016 werden sämtliche Grundvergütungen um 2,5% erhöht.
  • Zum 01.07.2017 werden sämtliche Grundvergütungen um weitere 1,8% erhöht.
  • Einführung einer fünften Stufe „Treuestufe" ab dem 01.07.2017 (10 % Steigerung).
  • Für Schichtarbeit wird eine Zulage von monatlich 100,00 € gezahlt.
  • Für Wechselschicht wird eine Zulage von monatlich 200,00 € gezahlt.
  • Der Zuschlag für Nachtarbeit wird auf 25 % erhöht.
  • Der „Rettungssanitäter" steigt in eine höhere Vergütungsgruppe (VG  III) auf.
  • Der „Notfallsanitäter" steigt in eine höhere Vergütungsgruppe (VG  V) auf.
  • Die Pflegefachkraft in stationären, teilstationären und ambulanten Einrichtungen der Altenhilfe steigt in eine höhere Vergütungsgruppe (VG V) auf.
  • Die Hilfskräfte Pflege steigen in eine höhere Vergütungsgruppe (VG II) auf

Ein tolles Ergebnis!

Werdet Mitglied in der Gewerkschaft „Öffentlicher Dienst und Dienstleistungen (GÖD)" und gestaltet Eure Tarifverträge selbst mit.

Verantw.: Jörg Stadler, Pelkovenstr. 51, 80992 München

 

Schlagzeilen

Kein Zugang von Kündigungsschreiben am Sonntag

Wirft ein Arbeitgeber ein Kündigungsschreiben an einem Sonntag in den Briefkasten des Arbeitnehmers ein, geht dies grds. nicht mehr am selben Tag zu. Da Arbeitnehmer ihre Briefkästen sonntags nicht überprüfen müssen, kann nicht mit einer Kenntnisnahme des Schreibens gerechnet werden. Dies gilt auch, wenn die Probezeit an einem Sonntag abläuft.

Der Sachverhalt:

Die beklagte Arbeitgeberin kündigte der Klägerin nach § 622 Abs. 3 BGB mit einer Frist von zwei Wochen. Die Parteien hatten eine Probezeit vereinbart. Das Kündigungsschreiben legte die Beklagte am letzten Tag der Probezeit in den Hausbriefkasten der Klägerin ein. Dieser Tag war ein Sonntag. Die Klägerin leerte ihren Briefkasten erst in den Folgetagen.

Mit ihrer Klage machte die Klägerin geltend, das Arbeitsverhältnis sei erst zu einem späteren Zeitpunkt, nämlich mit Ablauf einer vierwöchigen Kündigungsfrist beendet worden. Die Beklagte habe ihr nicht mehr innerhalb der Probezeit gekündigt. Die Klage hatte vor dem Arbeitsgericht und dem LAG Erfolg.

Die Gründe:

Das Arbeitsverhältnis wurde unter Einhaltung der längeren Kündigungsfrist erst außerhalb der Probezeit beendet. Die Kündigung ging der Klägerin frühestens am folgenden Werktag zu den üblichen Postleerungszeiten und damit nach Ablauf der Probezeit zu.

Ein Kündigungsschreiben muss dem Arbeitnehmer zugehen. Dies setzt voraus, dass unter gewöhnlichen Umständen mit der Kenntnisnahme des Schreibens zu rechnen ist. Arbeitnehmer sind jedoch nicht verpflichtet, ihre Briefkästen an Sonntagen zu überprüfen. Dies gilt selbst dann, wenn die Probezeit an einem Sonntag endet und bekannt ist, dass der Arbeitgeber auch sonntags arbeitet.

LAG Schleswig-Holstein 13.10.2015 - 2 Sa 149/15