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euroTarifforderung Bund / VkA 2018

Forderungen zur Einkommensrunde 2018
für Beschäftigte bei Bund und Kommunen

 

Für die Gewerkschaft GÖD steht bei der anstehenden Tarifrunde auch weiterhin das Ziel eines attraktiven und zukunftsfähigen öffentlichen Dienstes mit motivierten Mitarbeitern und einer angemessenen Personalausstattung im Vordergrund.

Es wird immer schwieriger, junge Menschen für den öffentlichen Dienst zu gewinnen und qualifizierte Beschäftigte zu halten. Zur Aufrechterhaltung der Leistungen in Kindergärten, Verwaltungen, Kranken- und Pflegeeinrichtungen und in vielen anderen Bereichen der Daseinsvorsorge sind dringend erhebliche Investitionen in das Personal des Öffentlichen Dienstes notwendig !

 

Wir fordern daher für die Tarifrunde 2018

  • Erhöhung der Entgelte für alle Beschäftigten 6 %, mindestens aber um 200,00 €

  • Angemessener Zuschlag für Nachtarbeit von 25 v.H. für alle Bereiche

  • Erhöhung des Zusatzurlaubs für Wechselschicht- und Schichtdienst

  • Wertung der Pausen als Arbeitszeit bei Wechselschicht- und Schichtarbeit in der Pflege.

  • Deutliche Erhöhung der Zuschläge für Sonderformen der Arbeit

  • Erhöhung der Entgelte der Auszubildenden um 100,-- € und im jeweils letzten Ausbildungsjahr um 120,00 € und einen zusätzlichen Urlaubstag

  • garantierte Übernahme von Auszubildenden in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis und Tarifierung von Ausbildungsvergütungen für betrieblich-schulische Ausbildungsgänge.

  • Ausschluss von sachgrundlosen Befristungen

  • Fortschreibung der Regelungen für Altersteilzeit.

  • Übernahme des Tarifergebnisses für Soldatinnen und Soldaten und
    Beamtinnen und Beamten

  • Laufzeit der Tarifverträge von 12 Monaten

     München, den 8. Februar 2018

 

 

Schlagzeilen

Übertragung des Urlaubs im öffentlichen Dienst

Im öffentlichen Dienst muss der Urlaub grundsätzlich im laufenden Kalenderjahr genommen werden.

Eine Übertragung aus dem Vorjahr ist nur unter folgenden tariflichen Voraussetzungen möglich:

Übertragung des Urlaubs bis zum 31. März

Im Falle einer Übertragung muss der Urlaub nach § 26 Absatz 2 Buchstabe a TVöD bzw. TV-L bis zum 31.3. des Folgejahres angetreten werden. Hier ist es ausreichend, wenn der Resturlaub am 31.3. beginnt.

In besonderen Fällen ist eine Übertragung des Urlaubs bis zum 31. Mai möglich

Nach § 26 Absatz 2 Buchstabe a TVöD bzw. TV-L ist eine Übertragung des Urlaubsanspruchs bis zum 31.5. möglich.

Kann der Erholungsurlaub wegen Arbeitsunfähigkeit oder aus betrieblichen / dienstlichen Gründen nicht bis zum 31.03. angetreten werden, ist er bis zum 31. Mai anzutreten.  Die hier aufgeführten Gründe sind abschließend.

Im Übrigen verfällt der Urlaubsanspruch und wird auch nicht abgegolten !

Urlaubsübertragung bei Krankheit?

Entgegen der bisherigen Rechtsprechung des BAG, wonach der Urlaubsanspruch auch bei Arbeitsunfähigkeit spätestens nach dem Ende des Übertragungszeitraumes, also dem 31.03. des Folgejahres verfällt hat der Europäische Gerichtshof in seiner Entscheidung vom 20.01.2009 - C - 350/06 entschieden, dass der Urlaubsanspruch zunächst erhalten bleibt, wenn der Urlaub aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit bis zum Ende des Übertragungszeitraumes nicht genommen werden kann.

Bei langanhaltender Arbeitsunfähigkeit verfällt der Urlaub nach 15 Monaten

Um ein übermäßiges Anwachsen der jährlich erworbenen Urlaubsansprüche bei Arbeitsunfähigkeit über mehrere Jahre zu vermeiden, hat der EuGH und im Anschluss auch das BAG entschieden, dass der gesetzliche Urlaubsanspruch spätestens 15 Monate nach Ablauf des entsprechenden Urlaubsjahrs verfällt. Dies gilt auch, wenn die Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers über diesen Zeitraum hinaus ununterbrochen andauert (BAG, Urteil v. 18.9.2012, 9 AZR 623/10).